„Es ist klug, dem Nachbarn zu helfen, sein Dach zu löschen, ehe es Dein Dach ergreift.“

Der Esel bat das Pferd, da es doch viel größer und viel stärker sei, ihm einen Teil der viel zu schweren Last abzunehmen.

Das Pferd war zu stolz und antwortete nur: „In Deiner Haut möchte ich nicht stecken.“

Vor den Augen des Pferdes brach der Esel erschöpft zusammen und starb.

Der Bauer lud dem Pferd die ganze Last des Esels und noch die Haut des Esels obendrauf, die er teuer verkaufen konnte.

(Brief an die Galater, Kap 6,2.2 Kor. 11.29)

Wir kommen nur gemeinsam ins Himmelreich.

 

Eine Parabel

Ein Anständiger wollte unbedingt in den Himmel kommen. Er verstarb, und Gott rief von oben herunter:

„Du hast viel Feinheit und Sanftheit erworben. Ich lasse eine Leiter aus feinstem seidenen Gewebe zu Dir hinuntergleiten.

Diese fängst Du auf und steigst vorsichtig, Stufe um Stufe, ins Himmelreich hinauf.

Der Anständige stieg demgemäß in Richtung Himmel, in das große Licht hinein.

Da rief plötzlich eine Stimme von unten herauf: „Hilf mir, den Krallen des schwarzen Raben zu entkommen und nimm mich an der Hand auf Deinem Weg ins Himmelreich. Ich schaffe das nicht alleine!“

Der Anständige überlegte kurz, ob seine Leiter wohl Halt gäbe für zwei Seelen. Kurzerhand entschied er, seine Aufmerksamkeit nicht nach unten zu richten.

Seine Angst, die einem Spinnenfaden ähnelnde Leiter würde sicherlich reißen, und sie würden gemeinsam in die Krallen des schwarzen Raben rutschen, beschwerte seine einstmals leichte Seele. Er hatte den Joker, Gott anzurufen, voller Vertrauen auf seine Unterstützung zählen zu können, außer acht gelassen. Der Anständige war ganz knapp vor dem Einlass ins Himmelreich auf eine letzte Probe gestellt worden, ob er würdig sei.

Gott sprach: „Wenn Du eine Seele mit ins Himmelreich bringst, gewähre ich Dir Einlass. Dann hast Du Dich würdig erwiesen.“

So fielen beide zusammen auf die Erde zurück. Die rufende Seele löste sich in der Luft auf. Die Seele des Anständigen durfte sich noch einige Erdenumläufe um die Sonne in puncto Vertrauen und in der Nächstenliebe unterrichten lassen.

KEINER KOMMT ALLEINE INS HIMMELREICH.